Seit Februar 2015 existiert offiziell eine Anlaufstelle für professionelle sozialarbeiterische Beratung, Betreuung und Unterstützung von Sans-Papiers, Nothilfeflüchtlingen, und teilweise auch für vorläufig Aufgenommene. Momentan arbeiten zwei SozialarbeiterInnen für das Solidaritätsnetz Bern, als Nachfolger von Martin van Egmond – neu Präsident des Vereins – welcher 5 Jahre lang unentgeltlich als Sekretär für den Verein tätig war und nun wegen Pensionierung zurück tritt.
Insgesamt werden von den SozialarbeiterInnen 80 – 100 Sans-Papiers, Nothilfeflüchtlinge und noch nicht anerkannte Flüchtlinge aus dem Kanton Bern betreut und gemäss Budgetmöglichkeiten finanziell unterstützt. Der Chancenberatung und Verfahrensbegleitung soll ein grosser Platz eingeräumt werden und mit der finanziellen Unterstützung die menschenunwürdige Härte der Nothilfe - wo möglich - abgefedert werden. Die beiden SozialarbeiterInnen koordinieren zudem ihre Arbeit im Kanton mit anderen Stellen in diesem Bereich. Je nach Kapazitäten versuchen sie auch, sich in der politischen Lobbyarbeit der befreundeten Organisationen zu beteiligen sowie ihre Mitglieder über politische kollektive Engagements zu informieren.
Neben den beiden SozialarbeiterInnen gewährleistet eine Gruppe von über 25 aktiven Vereinsmitgliedern (ÄrztInnen, AnwältInnen, PfarrerInnen, engagierte Einzelpersonen) mit ihrem grossen Engagement die Betreuung und Begleitung der Menschen in Not. Sie stellen sich für die nahe Betreuung und Begleitung von Menschen in Not zur Verfügung.


Finanzielle Unterstützung für Menschen in Not:

Die Unterstützungen der Sans-Papiers richten sich nach den Normen des Schweizerischen Roten Kreuzes, d.h. Fr. 50.-/Woche für Alleinstehende ohne jegliche finanzielle Unterstützung und Obdach (Familien Fr. 100.- /Woche). Unterstützungen für alleinstehende Nothilfeflüchtlinge mit Obdach, die die Nothilfe in Gutscheinen oder bar erhalten, betragen Fr. 20.-/Woche (resp. Fr. 50.-), sofern der Minimalkassenstand von Fr. 20.000.-  dabei nicht unterschritten wird. Ist dies der Fall, werden neue Unterstützungsnormen abgesprochen. Die Kosten dieser Unterstützungen werden ausschliesslich von kleineren zweckbestimmten Spenden und Einnahmen der Benefizveranstaltungen getragen. Dies gilt, soweit sie nicht auf anderem regulären Weg zu Bargeld gelangen können, um ein normales soziales Leben führen zu können.
Andere grössere Beträge als diese obengenannten Betreuungskosten (Versicherungs-, Gerichts-, Gesundheits- und Anwaltskosten) werden  weitgehend durch externe Finanzierung hereingeholt.

Solidaritätsnetz Bern
Bahnstrasse 44
3008 Bern
Tel.: 031 991 39 29 (Montag bis Freitag, 9 - 17h)
E-mail: info@solidaritaetsnetzbern.ch
Postkonto: 30-656992-8
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 9-17h.
Beratung: Dienstag 14-17 Uhr, Donnerstag 9-11.30 Uhr oder nach Vereinbarung